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Scheidung

Bevor eine Scheidung eingeleitet wird, bedarf es umfassender Beratung über deren Voraussetzungen und Konsequenzen, damit jeder Beteiligte entscheiden kann, ob und ggf. wann ein Scheidungsantrag gestellt werden soll. Wir beraten Sie hier und vertreten Sie im gerichtlichen Ehescheidungsverfahren und deren Folgesachen. Wir klären gemeinsam mit Ihnen, welche Trennungs- und Scheidungsfolgen zu regeln sind und betreuen Sie bei der außergerichtlichen und gerichtlichen Durchsetzung dieser Ansprüche. Wir finden gemeinsam mit Ihnen maßgeschneiderte, pragmatische und stabile Regelungen.

Für die Scheidung selbst genügt neben der dem Familiengericht zu vermittelnden Überzeugung jedenfalls eines Ehegatten, dass die Ehe endgültig gescheitert ist, der Vortrag beim Familiengericht, dass seit mindestens einem Jahr die eheliche Lebensgemeinschaft aufgehoben ist.

Nicht notwendig ist hierzu, dass schon ein Jahr lang in getrennten Wohnungen gelebt wurde. Nach der Rechtsprechung des BGH ist ausreichend, dass - soweit räumlich möglich - in verschiedenen Zimmern geschlafen wurde, keine Intimbeziehung mehr bestand und keine wesentlichen Versorgungsleistungen mehr füreinander erbracht wurden. Allerdings besteht in der Praxis bei Getrenntleben innerhalb der Ehewohnung immer dann das Problem der Beweisnot, wenn der andere Ehepartner den Vortrag zu der Aufhebung der ehelichen Lebensgemeinschaft in der Wohnung bestreitet. Ist dies zu erwarten, empfiehlt sich eine schriftliche von beiden Ehepartnern unterzeichnete Erklärung über das genaue Datum der Trennung. Zwar ist diese noch kein Beweis, weil ja auch nach einem solchen Zeitpunkt die Eheleute die eheliche Lebensgemeinschaft wieder aufgenommen haben können. Jedoch bedarf es dann schon sehr genauer Schilderungen des Ehegatten, der sich darauf beruft, dass und warum entgegen einer solchen übereinstimmenden Erklärung die Trennung aufgehoben worden ist.

Eine Ausnahme von dem Erfordernis des Trennungsjahres besteht, wenn die Fortsetzung der Ehe für den Ehegatten, der den Scheidungsantrag stellt, aus Gründen, die in der Person des anderen Ehegatten liegen, eine unzumutbare Härte darstellt. Dies kann die gesamte Bandbreite menschlich fragwürdigen Verhaltens sein, von Alkoholmissbrauch über Gewalttätigkeiten bis hin zu permanentem Ehebruch, der nicht aufgegeben wird. Allerdings ist stets entscheidend, dass das Verhalten "in der Person des anderen liegt", also vergleichbares eigenes Verhalten von der Gegenseite nicht ins Feld geführt werden kann. Im Ergebnis läuft der Versuch einer sogenannten "Härtescheidung" in der Regel auf das berühmte "Waschen schmutziger Wäsche" hinaus. Will man dies vermeiden, muss Einigkeit bestehen, dass das Trennungsjahr eingehalten wurde.

Jürgen Bandelow

Rechtsanwalt Jürgen Bandelow
Fachanwalt für Familienrecht

wedemeyerRA-30

Rechtsanwältin Ilka Wedemeyer
Fachanwältin für Erbrecht,
Fachanwältin für Familienrecht

Johannes Ostertag

Rechtsanwalt Johannes Ostertag